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Bernische Gasthäuser - Löwen Riffenmatt

Für die Wichtigkeit der Wegverzweigung von Riffenmatt spricht die vorreformatorische Kapelle, deren Gemäuer im Gebäude der alten Salzwägerei neben der Käserei Kappelen aufgegangen ist.
Riffenmatt erscheint 1356 als Name eines Edelmannes, und 1583 als Ortsname. Dessen 'spectaculum' ist seit uralter Zeit die mittlerweile auf den ersten September-"Donschtig" festgelegte Schafscheid. Eine Bezeichnung, die im Zusammenströmen der mehrere tausend Tiere zählenden Schafherden wurzelt, um am Schluss des Weideganges zu Riffenmatt "geschieden" und von ihren Eigentümern in Empfang genommen zu werden. Ein Volksfest; der grosse Anlass im Land. In beinah regelmässigen Abständen befassten sich Rat und Gericht mit Auswüchsen und Ungebührlichkeiten im Zuge des Festgetummels. Ein Manual von 1665 geisselt das "verderbliche Weinausschenken", worauf man erwog, den Schafscheid gänzlich auf dem "Trockenen" abzuhalten.

Wenig zimperliche Sitten bezeugt jener Eintrag im Guggisberger Totenrodel 1754, es sei "Christen Studenmann so den 4. Septembris am Schafscheid mit einer Kegelkugel getroffen worden, dass er in wenig Stunden hernach den Geist aufgabe. Alt 24 Jahr".
Händel gab es auch, weil zuweilen sämtlichen Gastwirten des Amtes Schwarzenburg und sogar Privatpersonen bewilligt war, am grossen Tag zu Riffenmat wirten zu dürfen. Hinwiederum verlangten die 'dasigen' Schankwirte 1713 für sich die Exklusivität. Ein halbduzend Jahre lang bedrängten erst der Käsegäumer Josef Burri, dann die ebensolchen Peter Burri und Joh. Glaus, die Obrigkeit um das Pintenschenkrecht, jedoch vergeblich.
Erst 1836 anerkannte die Regierung den Schafscheid als Jahrmarkt, wobei ab 1837 bis 1838 Samuel Masshard als Pintenwirt genannt ist. Wahrscheinlich auf der 1834 der Gemeinde Guggisberg gewährten Konzession. Früher wurden Festlhütten und Zelte gestellt. Heute beschränkt sich die Bewirtung auf beide Gasthäuser und die Lokale der örtlichen Vereine. Da 1838 neben Pintenwirt Masshard auch Schenk Christen Pauli figuriert, dürfte die Unterscheidung auf Löwen und Hirschen auf die dreissiger Jahre des vorletzten Jahrhunderts zurückreichen. Die eigentlichen Anfänge eines Wirtshauses mögen zwitweilig (Chappeli ?) und wohl älter sein.

Der Löwen-Aebischer (Chuenis) beginnt um 1847 mot Conrad Aebischer, zuvor 1840 bis 1847 Badwirt im "Ottenleue". Ob der Baderposten als saisonale Ergänzung zum Löwen ausgeübt wurde, bleibt offen, weil zwischen 1840 und 1847 die Angaben fehlen.

Die genealogische Vater-Sohn-Folge bis heute

Konrad Aebischer1809 bis 1873verheiratet mit Rosina, geborene Locher (1814 bis 1877)
Friedrich Aebischer
1846 bis 1915verheiratet mit Anna, geborene Glaus (1847 bis 1926)
Friedrich Aebischer1879 bis 1934verheiratet mit Frieda, geborene Zbinden (1876 bis 1927)
Friedrich Aebischer1907 bis 1970verheiratet mit Maria, geborene Aebischer (1910 bis 1966)
Fritz Aebischer1973 bis 1997, aber immer noch im Betrieb tätig     verheiratet mit Simone, geborene Horisberger (1942 bis dato)
Roger Aebischerseit 1997verheiratet mit Regula, geborene Zbinden

Eingang in die Literatur fand der Löwen in Hans Nydeggers Erzählung "Hans der Chüejer oder üse Muni hets", mit dem zu Anfang geschilderten Alpaufzug vor der "Wirtschaft zum Löwen auf Riffenmatt". (Guggisberger Jahrbuch Nr. 7)

Quellen: H'georg. Lex StA Bern, Skripte von EW Stalder, H.Binggeli, Em Friedli, Auszug aus "Bernische Gasthäuser", ein Heimatbuch, erschienen im Fanus Verlag, Fred Amman, Oktober 1974.